Krankenversicherung Schweiz

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Krankenversicherung und Gesundheitswesen in der Schweiz


In der Schweiz ist die Krankenversicherung obligatorisch. Wer in der Schweiz wohnt, muss sich bei einer Krankenkasse versichern lassen und zwar innert drei Monaten ab Ankunft in der Schweiz. Der Versicherungsnehmer kann frei wählen, bei welcher Krankenkasse er die Versicherung abschliessen will.

Die Grundversicherung umfasst Leistungen für Krankheit, Unfall und Mutterschaft. Bei Unfällen springt die Krankenversicherung allerdings nur dann ein, wenn die versicherte Person über keine andere (obligatorische oder private) Unfallversicherung verfügt. Obligatorisch gegen Unfall versichert sind alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der Schweiz beschäftigt sind und mehr als 8 Stunden pro Woche arbeiten. Diese können die Unfalldeckung in ihrer Krankenversicherung ausschliessen.

Bei der obligatorischen Krankenversicherung (Grundversicherung) müssen alle Versicherer gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) die gleichen Leistungen anbieten. Die Prämien dafür sind allerdings sehr unterschiedlich, weshalb es sich lohnt, die Angebote genau zu vergleichen. Über die Grundversicherung hinausgehende Leistungen decken die so genannten Zusatzversicherungen ab.

Angeboten wird die obligatorische Krankenversicherung von rund 80 anerkannten Krankenkassen. Diese werden vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) überwacht.

Unterschied zu Deutschland

Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz eine gesetzlich vorgeschriebene Grundversicherung und freiwillige Zusatzversicherungen. Während sich in Deutschland Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung teilen, müssen in der Schweiz die Angestellten die Kosten für die Krankenversicherungsbeiträge auch bei der obligatorischen Grundversicherung selber zahlen.

In der Schweiz müssen sich die Versicherten an den Behandlungskosten beteiligten. So muss einerseits ein Selbstbehalt von 10% geleistet werden, andererseits übernehmen die Versicherten auch einen im Voraus festgelegten Grundbetrag, die sog. Franchise.

Ein weiterer Unterschied sind die zahnärztlichen Behandlungen. In der Schweiz sind diese nur wenigen Fällen von der Grundversicherung übernommen: bezahlt werden nur Zahnbehandlungen aufgrund einer schweren und nicht vermeidbaren Erkrankung des Kausystems oder Behandlungen aufgrund einer schweren Allgemeinerkrankung und ihrer Folgen. Kosten für Zahnfüllungen bei Karies oder die Korrektur von Zahnstellungen (Zahnspangen) müssen in einer Zusatzversicherung abgedeckt oder selber bezahlt werden.

Grundversicherung / Zusatzversicherung

In der Grundversicherung sind nur die Leistungen gedeckt, die im Wohnkanton des Versicherten erbracht werden. Ausnahmen sind Notfälle und Leistungen, die aus medizinisch zwingenden Gründen nicht im Wohnkanton durchgeführt werden können (komplexe Eingriffe wie Organtransplantationen etc.).

Die Höhe der Prämien ist bei der Grundversicherung je nach Wohnort und Alter des Versicherten verschieden.

Während die Grundversicherung bei allen Versicherern das gleiche Leistungspacket umfasst, lassen sich die Zusatzversicherungen nur schwer vergleichen.

Die Zusatzversicherungen sind in zwei Kategorien aufgeteilt:

  • Ambulante Zusatzversicherung
  • Spital-Zusatzversicherungen

Die ambulanten Zusatzversicherungen decken beispielsweise Kosten für Brillen, Zahnbehandlungen, aber auch Kosten für Behandlungen aus der Alternativmedizin, Nicht-Pflichtmedikamente und ähnliches.

Die Spital-Zusatzversicherungen übernehmen stationäre Leistungen: bei der  Zusatzversicherung „halbprivate Abteilung“ zum Beispiel zahlt die Versicherung den Aufenthalt im Zweibettzimmer, beim Zusatz „private Abteilung“ den Aufenthalt im Einerzimmer. In den öffentlichen Spitälern haben die Versicherten mit dem Zusatz „halbprivat“ das Recht auf  Behandlung durch den Oberarzt, als privat Versicherte auf Behandlung durch den Chefarzt.

Anders als bei der Grundversicherung ist es bei den Zusatzversicherungen den Krankenkassen frei gestellt, wen sie in die Versicherung aufnehmen wollen und wen nicht. Sie können ausserdem die Prämien abgestuft nach Alter und Geschlecht gestalten, dürfen Vorbehalte anbringen und Leistungen ausschliessen.

Wann kann gewechselt werden?

Grundversicherung:
Normalerweise ist ein Wechsel jeweils auf Ende eines Kalenderjahres, also per 31. Dezember, möglich. In diesem Fall muss das Kündigungsschreiben als eingeschriebener Brief bis zum 30. November resp. bis zum letzten Arbeitstag im November bei der bisherigen Krankenkasse eingetroffen sein. Diese Kündigungsfrist gilt unabhängig davon, ob die neue Prämie höher, tiefer oder gleich hoch ist.

Ausnahmen:

  • Versicherte mit einer Franchise von CHF 300 (Kinder: CHF 0) und einer Standard-Grundversicherung (keine alternativen Versicherungsmodelle wie z.B. HMO oder Telmed) können auch per 30. Juni künden. In diesem Fall muss das Kündigungsschreiben als eingeschriebener Brief bis zum 31. März resp. bis zum letzten Arbeitstag im März bei der bisherigen Krankenkasse eingetroffen sein.
  • Wenn Prämien unter dem Jahr aufschlagen, müssen die Versicherten zwei Monate im Voraus informiert werden. In diesem Fall können Versicherte den Vertrag mit einer einmaligen Kündigungsfrist kündigen und per 1. Juli wechseln.

Zusatzversicherung:
Bei einer unveränderten Prämie: siehe Kündigungsfristen in untenstehender Tabelle.
Bei einer Prämienerhöhung: Es gelten die Bestimmungen in den Versicherungsbedingungen (z.B. ab Mitteilung einen Monat oder bis Ende Jahr).

Tipps & Informationen

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