Das ändert sich 2026: Steuern, Gesundheitskosten und Wohneigentum
2026 bringt in der Schweiz mehrere Änderungen mit sich. Comparis gibt einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

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1. Neuerungen 2026: Das Wichtigste in Kürze
2026 erwarten Sie unter anderem diese Neuerungen:
Steuern: Beim Eigenmietwert, bei Kryptos und bei der Verlustverrechnung ändern sich wichtige Regeln.
Gesundheit: Neue Arzttarife, günstigere Impfungen und ein höheres AHV-Alter betreffen viele Haushalte.
Bauen und Wohnen: Käuferinnen und Käufer von Neubauten erhalten mehr Rechte bei Baumängeln.
Energie: Für Solar- und Ökostrom gelten neue Vergütungen.
Digitalisierung: Ein einheitliches Login reicht künftig für viele Behördendienste.
Regional: Moutier gehört neu zum Kanton Jura.
2. Was ändert sich im Bereich Steuern?
Eigenmietwert und Zweitliegenschaften
Der Eigenmietwert für selbstbewohntes Wohneigentum soll auf Bundesebene abgeschafft werden. Stattdessen ist eine neue Objektsteuer für Zweitliegenschaften geplant. Das kann Eigentümer, vor allem von Ferien- und Anlageobjekten, je nach Ausgestaltung entlasten oder stärker belasten. Die Reform ist beschlossen, tritt aber frühestens 2028 in Kraft. 2026 ist wichtig für die konkrete Umsetzung.
Verrechnung von Verlusten
Verluste bei der direkten Bundessteuer sollen neu voraussichtlich 10 statt 7 Jahre geltend gemacht werden können. Das gilt nur für Verluste ab dem Steuerjahr 2020. Das erleichtert die Planung für Personen mit schwankendem Einkommen oder unregelmässigen Wertschriftenerträgen.
Automatischer Informationsaustausch für Krypto
Für Kryptowerte soll ein automatischer Informationsaustausch zwischen Steuerbehörden eingeführt werden. Wer Krypto-Investments hält, muss damit rechnen, dass diese Bestände künftig standardisiert an den Wohnsitzstaat gemeldet werden. Steuerhinterziehung mit digitalen Assets wird damit deutlich erschwert.
Mindestbesteuerung grosser Konzerne
Die Regeln zur Mindestbesteuerung grosser Konzerne werden an die internationalen OECD/GloBE-Vorgaben angepasst. Für Privatpersonen in der Schweiz sind vor allem indirekte Effekte relevant, etwa durch Firmenstandorte oder kantonale Steuerpolitik.
3. Was ändert sich im Immobilienbereich?
Ab 1. Januar 2026 gilt im Obligationenrecht ein zwingendes Nachbesserungsrecht bei Neubauten. Bei Baumängeln haben Eigentümerinnen und Eigentümer damit immer Anspruch auf Behebung, auch wenn der Vertrag etwas anderes sagt.
Das stärkt die Position von Käufern und Bauherrschaften gegenüber Bauunternehmen.
4. Was ändert sich beim Thema Gesundheit?
Befreiung bestimmter Impfungen von der Franchise
Bestimmte von Fachgremien empfohlene Impfungen sollen künftig nicht mehr unter die Franchise fallen. Das bedeutet, dass Versicherte künftig dafür nur noch den Selbstbehalt zahlen müssen. Dadurch werden präventive Impfungen finanziell attraktiver – besonders für Familien und Personen mit hoher Franchise.
Neue Arzttarife
Mit Tardoc kommt eine neue Tarifstruktur für ambulante Arztleistungen. Diese wird ergänzt durch Pauschalen für bestimmte ambulante Behandlungen. Ziel sind mehr Kostentransparenz und eine realistischere Abbildung des Behandlungsaufwands. Das kann je nach Behandlung und Versicherungsmodell zu höheren oder tieferen Rechnungen führen.
AHV-Referenzalter Frauen
Im Rahmen der AHV-21-Reform steigt das Referenzalter der Frauen weiter an. Für den Jahrgang 1962 gilt ab 1. Januar 2026 ein Referenzalter von 64 Jahren und 6 Monaten. Damit wird die schrittweise Angleichung an das Männerreferenzalter fortgeführt.
5. Was ändert sich im Bereich Energie?
Erneuerbare Energien
Ab dem 1. Januar 2026 wird die Abnahme von Strom aus erneuerbaren Energien neu geregelt. Betreiber von Photovoltaik- und anderen Anlagen erhalten eine marktbasierte Vergütung mit garantierten Mindestansätzen. Dadurch können die Einnahmen zwar stärker schwanken, gleichzeitig sorgen die Mindestansätze für mehr Planungssicherheit
6. Was ändert sich im Bereich Digitalisierung?
AGOV-Login
Das neue AGOV-Login wird schrittweise zum Standardzugang für die Online-Dienste des Bundes. Spätestens bis 31. Oktober 2026 sollen Bürgerinnen und Bürger damit Portale wie Steuern oder Sozialversicherungen mit nur einem Login nutzen. Bestehende Zugänge müssen dafür bei Bedarf auf das neue System umgestellt werden.
7. Welche regionalen Änderungen stehen an?
Die Gemeinde Moutier wird durch einen Bundesbeschluss offiziell dem Kanton Jura zugeordnet.
Für die Bevölkerung ändern sich dadurch kantonale Zuständigkeiten wie Steuern, Schule und Gesundheitswesen.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 20.12.2023






