Kostgeld von Kindern verlangen: Tipps und Tabelle
Das Kind wohnt noch zu Hause, aber verdient Geld. Kann ich da Kostgeld verlangen? Comparis klärt auf – inklusive Kostgeld-Tabelle zur Berechnung.

19.03.2026

iStock / Georgijevic
1. Kost und Logis zu Hause: Darf ich etwas von meinem Kind verlangen?
Grundsätzlich gilt: Verdient Ihr Kind durch Arbeit Geld, darf es frei darüber entscheiden (Art. 323 Abs. 1 ZGB). Das Schweizerische Zivilgesetzbuch sagt aber auch: Sie können einen angemessenen Beitrag am Unterhalt verlangen (Art. 323 Abs. 2). Das wird unter anderem «Kostgeld» genannt.
«Kost» steht grundsätzlich für «Nahrung» oder «Ernährung». Es kann aber auch «Verpflegung» heissen. Andere Wörter für «Logis» sind «Unterkunft» und «Bleibe».
Unterstützungspflicht als Eltern in der Schweiz
In der Schweiz haben Eltern für minderjährige Kinder eine Unterhaltspflicht (Art. 277 Abs. 1 ZGB). Das gilt auch für volljährige Kinder, die noch keine Ausbildung abgeschlossen haben (Art. 277 Abs. 2 ZGB). Zur Unterhaltspflicht gehören:
Pflege
Erziehung
Geldleistungen
Aber: Verdient Ihr Kind Geld, sind Sie teilweise von der Unterhaltspflicht befreit (Art. 276 ZGB).
2. Warum sollte mein Kind Kostgeld abgeben?
Durch Kostgeld lernt Ihr Kind, dass es nicht immer den vollen Lohn zur Verfügung hat. Es wird sich der Haushaltsausgaben bewusster. Die finanzielle Beteiligung am Haushalt bereitet Ihr Kind ausserdem auf ein unabhängiges Leben und die eigene finanzielle Verantwortung vor.
Sprechen Sie das Thema Kostgeld frühzeitig an. Erklären Sie offen, welche Kosten der Haushalt verursacht. So versteht Ihr Kind, warum eine Beteiligung am Haushaltsgeld sinnvoll ist.
Statt Kostgeld nach der Ausbildung die eigene Wohnung?
Die Lehre ist fertig, das Gehalt höher – und es ist Zeit, auszuziehen? Auf dem Comparis-Immobilienmarkt finden Sie verschiedene Wohnungen für jedes Budget.
3. Wie viel Kostgeld ist für eine erwachsene Person angemessen und wie viel für Minderjährige?
Die Höhe des Kostgelds ist individuell. Sprechen Sie sich mit Ihrem Kind ab. Oft empfehlen Fachpersonen 10 bis 20 Prozent des Lohns. Wie viel Kostgeld Sie verlangen, ist etwa abhängig von:
Der Höhe des Einkommens des Kindes
Den Kosten, die das Kind bereits selbst zahlt
Ihren monatlichen Ausgaben
Ihrer finanziellen Situation
Sie können sich zum Beispiel an den Kost-und-Logis-Richtwerten der Budgetberatung Schweiz orientieren.
Kostgeld von volljährigen und minderjährigen Kindern: Tabelle für die Schweiz
Die Tabelle zeigt ein Beispiel, wie Sie das Kostgeld berechnen können. Je nach Situation sind aber andere Grenzen sinnvoll.
Gut zu wissen: Ein höherer Lohn heisst nicht unbedingt, dass Sie mehr Geld von Ihrem Kind verlangen sollten. Stattdessen kann das Kind einige Ausgaben selbst übernehmen. Bei einem höheren Gehalt bietet es sich etwa an, dass Ihr Kind die Krankenkassenprämien selbst zahlt.
In der folgenden Tabelle sehen Sie Beispiele für die Höhe des Kostgelds, gestaffelt nach Lohn des Kindes.
| Monatslohn | Abgabe Kostgeld pro Monat | Vom Kind gezahlte Ausgaben (Beispiel) |
|---|---|---|
| Unter 500 Franken | Keins | ÖV, Kleidung, Handy-Abo |
| 500 bis 1’000 Franken |
|
Zusätzlich: Krankenversicherung |
| 1’000 bis 1’500 Franken |
|
Zusätzlich: Hobbys, Exkursionen, Augenarzt, Zahnarzt |
Quelle: Budgetberatung Schweiz, Budgetbeispiele für minderjährige und volljährige Lernende
4. Wie lange bleiben erwachsene Kinder im Elternhaus?
Gemäss Bundesamt für Statistik (BfS) verlassen die meisten jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren das Elternhaus. Einfluss auf den Zeitpunkt haben:
Das Geschlecht: Frauen ziehen in der Regel früher aus als Männer.
Der Jahrgang: Ältere Jahrgänge verlassen das Elternhaus eher als jüngere.
Die Staatsangehörigkeit: Personen aus den Schweizer Nachbarländern ziehen früher aus dem Elternhaus aus als Personen mit einer Schweizer oder einer anderen Staatsangehörigkeit.
Der Wohnort: Personen aus der italienischsprachigen Schweiz wohnen länger bei den Eltern als Personen aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.
Ungefähr die Hälfte aller jungen Erwachsenen lebt mit 23 bis 24 Jahren bereits in der eigenen Wohnung.
5. Haushaltsgeld abgeben: So vermeiden Sie Streit
Um Streit zu vermeiden, sollten Sie stets offen kommunizieren. Fangen Sie schon früh an, mit Ihrem Kind über Geld zu reden. So entwickelt es ein Verständnis für Finanzen.
Besprechen Sie die Höhe des Kostgelds gemeinsam mit Ihrem Kind. Überlegen Sie auch gemeinsam eine Lösung, falls Sie mehrere Kinder mit unterschiedlich hohen Löhnen haben. Halten Sie alle Vereinbarungen schriftlich fest.
Bereit für die erste eigene Wohnung?
Verdient Ihr Kind Geld und ist bereit auszuziehen? Dann braucht es eine budgetfreundliche erste eigene Wohnung. Im grössten Immobilienportal der Schweiz von Comparis ist für jeden Lohn eine Wohnung dabei.
6. Häufige Fragen zu Kostgeld bei Kindern
Wie viel Kostgeld Eltern verlangen dürfen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Gemäss Schweizerischem Zivilgesetzbuch muss der Betrag «angemessen» sein (Art. 323 Abs. 2). Als Richtwert nennen Fachpersonen 10 bis 20 Prozent des Lohns.
Die Budgetberatung Schweiz bietet verschiedene Beispiele für die Höhe des Kostgelds. Daran können Sie sich orientieren.
Eltern können gemäss Gesetz einen angemessenen Betrag an Kost und Logis verlangen (Art. 323 Abs. 2 ZGB).
Ob und wie viel Kostgeld Kinder zahlen, müssen Eltern und Kinder gemeinsam vereinbaren. Dabei können Sie auch vereinbaren, dass das Kind einige Ausgaben selbst zahlt, etwa das Handy-Abo und die Krankenkassenprämien.
Sie können von Ihrem im gleichen Haushalt wohnenden Kind Kostgeld verlangen – und das kann einen Teil der Miete abdecken. Der Betrag muss allerdings angemessen sein (Art. 323 Abs. 2 ZGB). Fachpersonen empfehlen als Orientierung etwa 10 bis 20 Prozent des Lohns des Kindes.
Fachpersonen empfehlen, dass Kinder etwa 10 bis 20 Prozent des Lohns abgeben. Die genaue Höhe ist allerdings von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen etwa die Höhe des Lohns und wie viele Ausgaben das Kind selbst zahlt.
Die Budgetberatung Schweiz bietet Beispiele für die Höhe des Kostgelds. Daran können Sie sich bei der Diskussion über die Höhe orientieren.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 20.06.2017



